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Fütterung und Aufzucht von Singvögeln

Wir machen darauf aufmerksam, dass

  • die Aufzucht von Jungvögeln bewilligungspflichtig ist,
  • Jungvögel in die Hände von Fachpersonen gehören,
  • nur in Notfällen das Aufziehen von Jungvögeln als Überbrückung bis zur Überführung in eine Pflegestation erlaubt ist!

 

Die folgenden Angaben gelten für alle Singvögel, ausser Distelfink und Girlitz: 

Notfutter

Wenn nichts anderes zur Hand ist, eignet sich als `Notfutter´ für die ersten 1-2 Tage Katzenfutter in Schälchen oder Hackfleisch, evtl. vermischt mit etwas Magerquark oder gekochtem Eigelb - bitte alle darauf hinweisen, dass dies nur als Überbrückungshilfe gedacht ist, sich aber nicht für länger dauernde Fütterung eignet, da es zu einseitig ist (Insektenanteil fehlt).

 

Aufzuchtfutter

Wer einen Vogel selber aufziehen möchte bis er flügge ist, sollte wenn möglich folgende Nahrung anbieten:

  • 2 Teile Insektenschrot - zum Beispiel als "Fettalleinfutter grün" von Claus oder "Becfin" von Samen Schweizer, in Zoohandlungen erhältlich,
  • 1 Teil mageres Rindshackfleisch.

Beides mit Wasser vermischen, so dass ein feuchtes Gemisch entsteht. Futter täglich frisch anmachen.

 

Auch "Beoperlen" von Vitakraft (gelbe und rote Perlen - in Zoohandlungen oder Drogerien erhältlich) sind als Aufzuchtsfutter geeignet - am besten in Kombination mit Hackfleischmischung. Es ist aber auch möglich, einen kleineren Singvogel ausschliesslich mit Beoperlen aufzuziehen. Beoperlen eignen sich sehr gut auch für Distelfink und Girlitz. Beoperlen vor der Fütterung in Wasser einweichen, so dass sie quellen können.

 

Das Futter mit einem Zahnstocher, dem die Spitze abgebrochen wurde, oder einer Plastikpinzette dem Vogel in den Schlund geben.

Immer auch Wasser zum Baden und Trinken in einer flachen Schale (Blumenuntersetzer eignen sich hervorragend) anbieten. Niemals Wasser einflössen! Das Wasser könnte in den Lungenraum gelangen, und eine Lungenentzündung könnte die Folge sein.

 

Auswildern

Jungvögel lassen sich mit Lebendfutter (Mehlwürmer, Buffalos - in Zoohandlungen erhältlich), das zusätzlich zum gewohnten Futter angeboten wird, am einfachsten zum Selberfressen animieren. Niemals aber ausschliesslich Mehlwürmer füttern, das dies zu einseitig wäre.

 

Finkenvögeln und Spatzen zum Fleischfutter zusätzlich Sämereien, beispielsweise Kanarienfutter, anbieten. Diese Vögel wechseln, wenn sie ausgewachsen sind, von tierischer zu vorwiegend pflanzlicher Nahrung.

 

Wenn der Vogel einige Tage selber gefressen hat und nicht mehr gefüttert werden muss, kann man den Käfig am besten katzensicher in der Nähe eines Baumes aufstellen (Fenstersims, Balkon) und den Vogel wie gewohnt füttern. Nachdem der Käfig etwa zwei Tage im Freien gestanden ist, kann man das Türchen öffnen, so dass der Vogel hinausfliegen kann, wenn er will. Das gewohnte Futter bietet man weiterhin im oder auf dem Käfig an. Der Vogel kommt evtl. zurück, um sich Futter zu holen, wird aber naturgemäss nach einigen Tagen wegziehen.

 

Eine andere Variante ist die Auswilderung über eine Pflegestation, die eine Auswilderungsvoliere hat.

 

Impressum:

© Schweizerische Vogelwarte Sempach

Autoren: V. Mattmann und N. Zbinden

Das Kopieren mit Quellenangabe ist erwünscht.

 

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